Numbat das Cleantech-Startup aus Kempten

Hallo Martin und Max, vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für ein Interview mit uns nehmt! Bitte stellt uns zu Beginn euch und euer Team bei der Numbat GmbH kurz vor:

Wir sind Martin Schall und Maximilian Wegener. Gemeinsam haben wir im Februar 2021 das Startup Numbat GmbH in Kempten gegründet. Nachdem wir beide beruflich im Bereich Batterietechnologie tätig waren, ist die Idee unseres „Numbats“ schon über längere Zeit in unseren Köpfen gewachsen. Inzwischen haben wir ein ganzes Team von Menschen um uns, die wie wir davon überzeugt sind, die Energiewende mit unserer Arbeit voranzubringen.

Vielleicht möchtet Ihr uns Euer Startup, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Wir haben eine Kombination aus Schnellladesäule und Batteriespeicher entwickelt. Unsere sogenannten „Numbats“ werden z. B. auf Supermarkt-, Klinik-, Hotel-, oder Unternehmensparkplätzen aufgestellt. Hier können Kund:innen und Gäste zukünftig Schnellladen. Das jeweilige Unternehmen wiederum hat den Vorteil, dass es zum einen durch den Batteriespeicher Stromkosten einsparen und zum anderen Schnellladen am jeweiligen Standort anbieten kann. Das Besondere am Numbat ist: Er wird zu 100 % mit Ökostrom betrieben und kann auch an bestehende PV-Anlagen angeschlossen werden, was natürlich sehr praktisch und umweltfreundlich ist. Mit unserer patentierten Klimaschutztechnologie können wir das Leben einer Batterie durch ein gezieltes Austauschen von Zellen verdreifachen!

Welches Problem wollt Ihr mit der Numbat GmbH lösen ?

Deutschland verfügt bisher über kein flächendeckendes Netz an Schnellladesäulen. Das ist schade, viele Menschen steigen derzeit auf E-Autos um und ärgern sich hinterher. Um den Erfolg der E-Mobilität in Zukunft gewährleisten zu können, müssen wir jetzt etwas ändern! Schnellladen soll überall und jederzeit möglich sein. Wichtig ist uns, dass Schnellladen in Zukunft in den Alltag integrierbar ist. Das bedeutet, wenn ich sowieso schon zum Einkaufen fahre, kann ich mein Elektroauto währenddessen ganz unkompliziert aufladen. Wir laden mit 300 kW, ein E-Auto ist somit in 10-15 Minuten zu 80 % geladen.

Wie ist die Idee zur Numbat GmbH entstanden ?

Das war wohl bei uns beiden eine Mischung aus einer großen Portion Neugierde und der Suche nach einer neuen Herausforderung. Wir haben eine Marktlücke gesehen und uns überlegt, wie diese so nachhaltig wie möglich geschlossen werden kann. Und dann ging alles ziemlich schnell.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Wirklich verändert hat sich unser Konzept nicht. Jedoch sehen wir aktuell, dass unser Produkt bei vielen Unternehmen auf großes Interesse stößt. Zum einen, weil sie hohe Stromkosten haben und nach einer möglichst nachhaltigen Lösung suchen, zum anderen, weil sie die Möglichkeit des Schnellladens gerne umsetzen würden, aber es bisher kein passendes Modell auf dem Markt gab. Im Allgäu sind wir mitten in unserem Pilotprojekt und da wir wohl den Nerv der Zeit treffen, sind wir überzeugt davon, dass wir auch deutschlandweit Erfolg haben werden mit unserem Produkt.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Wir stellen die Numbats im Rahmen eines Betreibermodells zur Verfügung und sehen unsere Kund:innen eher als Partner:innen. Dieses Modell nennen wir „Energy Storage as a Service“, dabei kümmern wir uns um alles, was anfällt. Von der Beantragung bestimmter Förderungen bis zu Installation, Wartung und Betrieb. Das stellt für viele Unternehmen eine große Erleichterung dar.

Wie genau hat sich die Numbat GmbH seit der Gründung entwickelt ?

Wir sind innerhalb der letzten Monate deutlich gewachsen und haben ein tolles Team zusammengestellt. Abgesehen davon sind wir bei dem Businesswettbewerb Schwaben auf dem ersten Platz gelandet und haben eine hohe Förderung vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Bayerischen Förderprogramm „Technologieorientierte Unternehmensgründungen“ (BayTOU) erhalten.

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Tatsächlich sind wir inzwischen schon 12 Festangestellte. Nicht zu vergessen unsere Werkstudierenden und Praktikant:innen, die uns tatkräftig unterstützen!

Wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wir hatten wohl zur richtigen Zeit die richtige Idee. Dass die Umsetzung so gut klappt, verdanken wir wohl auch einem gut funktionierenden Team. Auch konnten wir mit Christoph Ostermann einen erfahrenen Investor für uns gewinnen.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Neben einem EXIST Gründerstipendium und den ersten Business Angels aus der Seed Runde, konnten wir mit Förderprogrammen und Startup-Wettbewerben die Anfangszeit finanzieren. Aktuell befinden wir uns in der Series A, die ca. im April abgeschlossen sein wird.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Im August 2022 werden die ersten Numbats aufgebaut, darauf freuen wir uns schon sehr. 40 Feneberg Standorte bei uns im Allgäu erhalten jeweils einen Numbat, was dafür sorgt, dass wir hier im Allgäu unsere Idee von einem flächendeckenden Schnellladesäulennetz schon bald verwirklicht haben. Aber auch deutschlandweit statten wir nächstes Jahr einige Unternehmen mit unserem Produkt aus. Unser Ziel ist es wie gesagt zuerst einmal, Deutschland fit für die Mobilitätswende zu machen und für eine flächendeckende Schnellladeinfrastruktur zu sorgen. Mal sehen, wo uns die Reise anschließend noch überall hinführen wird!

Vielen Dank für das Interview.

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