Hallo Florian, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Capmo kurz vor:

Ich bin Florian, CEO und Co-Founder von Capmo. Ich habe an der LMU in München BWL studiert und durch das CDTM mein Interesse an digitalen Technologien entdeckt. Um diese Thematik zu vertiefen, habe ich meine Münchner Heimat fürs Master-Studium gegen die Schweiz und Berkeley ausgetauscht.

Danach war für mich klar:

Ich will mich dafür einsetzen, mit digitalen Technologien zentrale Probleme unserer Gesellschaft lösen. Und da ich vom Betrieb meiner Großeltern mit der Arbeitsweise in der Baubranche vertraut war, wusste ich sofort wo ein solches Problem lauert.

Welches Problem wollt Ihr mit Capmo lösen ?

Die Baubranche ist eine der größten Branchen weltweit und zählt gleichzeitig zu den Schlusslichtern beim Thema Digitalisierung. Bauprojekte werden komplexer, Baustoffe innovativer – und auf Baustellen wird immer noch mit Stift und Papier gearbeitet. Die analoge Arbeitsweise verursacht enorme Mehrkosten und verschwendet Ressourcen. Ein Hauptgrund für explodierende Kosten und Verzögerungen auf Baustellen ist z.B.,das Leute vor Ort mit veralteten Plänen arbeiten. Mit Capmo treiben wir die Digitalisierung am Bau voran, sodass die der Branche effizienter arbeiten und Ressourcen sparen kann.

Wie ist die Idee zu Capmo entstanden ?

Meine Mitgründer und ich haben verschiedene fachliche Hintergründe und haben uns am CDTM in München kennen gelernt. Wir haben dort in diversen Projekten zusammengearbeitet und gleich gemerkt, dass uns eines verbindet: Wir wollen mit intuitiven Technologie Leuten helfen, die heute noch nicht von digitalen Möglichkeiten profitieren. Darum war für uns war von Beginn an klar, dass wir nie einen x-Beliebigen Online-Shop gründen, sondern der Gesellschaft einen echten Mehrwert bieten möchten. Aus persönlicher Erfahrung wissen wir, dass die Arbeitsprozesse in der Baubranche trotz ihrer großen Bedeutung in den meisten Unternehmen noch immer wie in den 60er Jahren ablaufen. Als wir uns tiefer in die Thematik eingearbeitet haben, war schnell klar, wie gravierend das Problem ist – und die Branche dringend eine Lösung benötigt. Diese entwickeln wir mit Capmo.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Capmo erklären ?

Capmo sorgt dafür, dass sich Bau-Skandale wie Stuttgart21, BER und die Elbphilharmonie nicht wiederholen.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Wir sind 2018 unter dem Namen Pave als Software für Baudokumentation und Mängelmanagement an den Start gegangen. Seitdem haben wir nicht nur unseren Namen verändert (Gründer-Tipp: englische Verben sind äußerst ungeeignet als Firmenname), sondern auch unser Konzept geschärft. Wir haben erkannt, dass der wirkliche Mehrwert einer Bausoftware in der Verknüpfung von Prozessen und Aufgabenbereichen liegt. Der Druck am Bau ist enorm hoch und die Fachkräfte am Bau haben keine Zeit, sich mit vielen verschiedenen Programmen zu beschäftigen. Deshalb benötigen sie ein System, mit dem sie alle Bauprozesse abwickeln können – sowohl in der Baustelle als auch im Büro. Da so viele Bauprojekte zu spät oder zu teuer abgeschlossen werden, steigt zudem die Nachfrage nach datenbasierten Analysen . Wir gehen deshalb in Zukunft weiter als noch vor 2 Jahren und entwickeln mit Capmo das Baustellenbetriebssystem Europas.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

In knapp 2 Jahren sind wir von 4 Gründern auf ein knapp 40-köpfiges Team herangewachsen und sorgen mit Capmo dafür, dass Großprojekte wie Unikliniken nicht teurer werden als geplant oder Leute rechtzeitig in Deutschlands höchstes Wohngebäude einziehen können.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?

Mit über 70.000 Unternehmen ist die Baubranche eine sehr fragmentierte Branche. Capmo wird daher von verschiedensten Zielgruppen und Akteuren eingesetzt. Zu Beginn haben wir versucht, alle potenziellen Kunden zu erreichen und diesen gerecht zu werden. Wir haben die verschiedensten Zielgruppen angesprochen und waren auf nahezu allen Branchenveranstaltungen vertreten. Uns hat der Fokus gefehlt.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Dass Quantität vor Qualität geht. Sowohl wir als auch unsere Kunden profitieren nur bei einem 100%igen fit von der Zusammenarbeit. Wir investieren jetzt viel mehr Zeit und Nerven in die Analyse unserer Kernzielgruppen, führen Interviews und Studien durch um diese noch besser kennenlernen, verstehen und ansprechen zu können. Auch wenn wir dabei potenzielle Kunden auf der Strecke lassen, fokussieren wir unsere Arbeit zu 100% auf die Bedürfnisse derer, die den größtmöglichen Nutzer aus unserer Software ziehen.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wir möchten unseren Kunden mit Capmo nicht nur eine Software anbieten, sondern einen Partner an die Seite stellen. Deshalb stehen wir von Beginn an in engem Kontakt mit unseren Kunden und entwickeln unser Produkt auf Basis deren Feedbacks weiter. Unsere Nutzer profitieren davon nicht nur in der direkten Anwendung: Sie fühlen sich gehört, wertgeschätzt und als Teil einer Community, die zusammen für die Weiterentwicklung der Branche arbeitet.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Nach der Seed-Finanzierung Ende 2018 haben wir im Januar 2020 die Series A mit über 5 Millionen abgeschlossen. Finanziert und unterstützt werden wir von Capnamic Ventures, UVC Partner und HW Capital, sowie einigen erfolgreichen Unternehmen aus dem CDTM Umfeld.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Da wir aus unserem Büro im Werk1 in München herausgewachsen sind, werden wir im August unser neues Dachterrassen-Büro im München Stadtzentrum beziehen. Dort haben wir genug Platz für neue Teammitglieder, mit denen wir Capmo zum zentralen Betriebssystem für Europas Baustellen weiterentwickeln.

Vielen Dank für das Interview

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