Hallo Axel, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei Agenturmatching bzw. Sortlist kurz vor:

Hi, gerne, freue mich auf das Interview.
Mein Name ist Axel Roitzsch, zusammen mit Sophie Schade habe ich Agenturmatching 2015 gegründet.

Vielleicht möchtest Du uns Euer Startups, ganz zu Beginn unseres Interviews, kurz vorstellen ?

Wir sind eine Matchingplattform im B2B-Bereich und bringen Werbeagenturen und Unternehmen zusammen, teils automatisiert über einen Algorithmus, teils persönlich. Wir funktionieren grob wie Tinder – nur dass wir nicht Personen matchen, sondern ganze Firmen. Ziel ist, dadurch Kosten und Zeit zu sparen und vor allem die richtigen Partner zusammenzubringen, damit am Ende kreative und erfolgreiche gemeinsame Projekte entstehen.

Welches Problem wollt Ihr mit Agenturmatching lösen ?

Leider kostet die Geschäftsanbahnung zwischen Auftraggebern und Werbeagenturen viel Zeit und verschlingt dadurch auch viel Geld. Oft arbeiten deshalb nicht die idealen Partner zusammen. Oder es müssen sich sehr viele Agenturen auf ein Projekt bewerben, wodurch viel kreative Energie verschwendet wird. Dies wollen wir lösen und eine intelligente und einfache digitale Mechanik bieten, die das perfekte Match zur Folge hat.

Wie ist die Idee zu Agenturmatching entstanden ?

Ich habe zuvor selbst in einer Agentur gearbeitet und den Aufwand und teils auch die Frustration hinter den bestehenden Prozessen zur Anbahnung erlebt. Das wollte ich ändern. Wir haben uns auf das Gründerstipendium EXist des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie beworben und konnten mit der Idee überzeugen. Danach ging es los.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Agenturmatching erklären ?

Die Zutaten für den perfekten Kuchen finden nicht durch Zufall zusammen. Wir haben das Rezept für die ideale Zusammenstellung, damit das, was im Zusammenspiel am Ende herauskommt, allen beteiligten schmeckt.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Natürlich. Wir sind mit einem sehr detailverlieten Matching unendlich vieler Faktoren gestartet, haben dann versucht, mehr Menschlichkeit durch Videos in die Vorstellung der Partner zu bringen. Wir haben aber gemerkt: das Modell funktioniert dann am besten, wenn wir den Beteiligten so viel Arbeit wie möglich abnehmen. Dadurch ist ein Matchingprozess entstanden, der die Bedürfnisse des Auftraggebers frühzeitig abfragt und mit den Angaben der Agenturen abgleicht – Sortlist, das belgische Unternehmen, das Agenturmatching im März 2020 übernommen hat, führt dies mittlerweile vollautomatisch mithilfe ausgefeilter Matching-Algorithmen durch.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Agenturen zahlen einen monatlichen Beitrag, um Auftraggebern vorgestellt zu werden. Auch kostenlos ist dies möglich, aber begrenzt in Anzahl und Umfang. Nach dem Zusammenschluss mit Sortlist sind wir nun auch dabei, Auftraggebern ein Bezahlmodell anzubieten, sodass wir letztlich beiden Seiten ein vorteilhaftes Bezahlmodell anbieten können.

Wie genau hat sich Agenturmatching seit der Gründung entwickelt ?

Nach der Gründung 2015 haben wir relativ schnell Business Angels gewinnen können, da wir bereits knapp 40 zahlende Agenturkunden und erste erfolgreiche Matches vorweisen konnten. 2016 ergab sich eine prestigeträchtige Kooperation mit dem größten Agenturverband Deutschlands, Ende 2018 waren wir profitabel und im Herbst 2019 begannen die Verhandlungen zur Übernahme mit dem belgischen Konkurrenten Sortlist. Im März 2020 waren die Verträge unterzeichnet und seitdem treiben wir die Fusion voran.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

In Deutschland möchten wir dieses Jahr auf 12 Personen wachsen, weltweit hat unsere Gruppe ca. 90 Teammitglieder.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Es ist sehr schwierig, in einem 2-seitigen Markt konstant beide Parteien zufrieden zu stellen. Was ich heute anders machen würde: Früher in unserer Entwicklungsphase mehr Ressourcen in die demand generation zu investieren, also in die Akquise (online wie offline) von Auftraggebern.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Oft ist das entscheidende KPI für den nachhaltigen Erfolg nicht der Umsatz, sondern die KPI, die beweist, dass das Business Model tragfähig ist. Diese so früh es geht zu identifizieren und auf diese hinzuarbeiten, ist das wichtigste Learning.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wir haben von Anfang an mit relativ wenig Geld (keine siebenstellige Finanzierungsrunde) viel erreicht und uns am Ende zu einem spannenden Übernahmecase entwickelt. Und wir haben sehr viel Wert auf uns als Team und unsere Organisationsentwicklung gelegt, damit sich jeder entfalten kann.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Erst Seed-Investment und eigener Umsatz, nun 100%-iger Verkauf der GmbH und damit Tochtergesellschaft.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wir werden weiter in das Wachstum unseres Teams investieren und vor allem im Sales und Account Management aufstocken. Dies hat natürlich zum Ziel, den Kundenstamm stark zu vergrößern, da noch viel Matching-Potential im deutschsprachigen Markt steckt.

Vielen Dank für das Interview.

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