wellabe – hilft Unternehmen beim Gesundheitsmanagement

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Hallo Sebastian, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle Dich zu Beginn kurz vor:

Mein Name ist Sebastian Dünnebeil und ich habe das Health Start-up wellabe 2018 gemeinsam mit Michael Theodossiou gegründet. Ich bin Informatiker und habe im Bereich der medizinischen Informatik promoviert. Bei wellabe bin ich vor allem für die Produktentwicklung verantwortlich.

Stellst Du uns auch Dein Startup kurz vor ?

Sehr gerne sogar! Unser Start-up wellabe ermöglicht es unseren Nutzern, in kurzer Zeit und ohne Aufwand einen ganzheitlichen und sehr umfassenden Einblick in die eigene Gesundheit zu erhalten. Wir haben ein mobiles Gesundheitslabor entwickelt, mit dem wir Gesundheits-Check-ups am Arbeitsplatz anbieten. Während des 15 minütigen Check-ups werden viele spannende Gesundheitswerte gemessen. Die Ergebnisse werden für unsere Teilnehmer in einer App aufbereitet und erklärt und sind die Basis für individuelle Präventionsprogramme. In einer Online-Gesundheitsberatung stehen unsere Ärzte für Fragen zur Verfügung und unterstützen bei einer nachhaltigen Lebensstiländerung.

Wie ist die Idee zu wellabe entstanden ?

Mir wurde klar, dass wir zu wenig über unsere eigene Gesundheit wissen und oft erst agieren, wenn es Probleme gibt, die nicht mehr zu ignorieren sind. Gesundheit kann aber auch proaktiv und persönlich sein. Ich wollte ein Produkt schaffen, das Menschen frühzeitig einen transparenten und verständlichen Einblick in ihre Gesundheit gewährt – so ist die Idee zu wellabe entstanden.

Wie würdest Du Deiner Großmutter euer Startup wellabe erklären ?

Oma, als Du Deinen Herzinfarkt hattest, war das für uns alle ein großer Schock. Besonders für Opa, er kann sich ja nicht mal ein Spiegelei braten. Du hattest viel Glück, dass Du noch am Leben bist. Stell Dir vor, wir wären vor 20 Jahren zu Dir an Deinen Arbeitsplatz gekommen, hätten Deine wichtigen Gesundheitswerte gemessen und Dir hinterher genau erklärt, wie Du Dein Verhalten anpassen kannst. Peu à peu hättest Du Deinen Lebensstil etwas verbessern können. Du hättest bei uns regelmäßig die Möglichkeit gehabt, Deinen aktuellen Stand zu erfahren und mit dem Vorjahr zu vergleichen. Bei Verschlechterung hätten wir Dich sofort zum Arzt geschickt. So hättest Du den Herzinfarkt sehr sicher vermeiden können, weil Du über die Jahre ein Verständnis aufgebaut hättest, in welchem Zustand Dein Körper gerade ist und wie er auf Dein Verhalten reagiert.

Wie hat sich wellabe seit der Gründung entwickelt und wie seid ihr finanziert ?

2016 starteten wir als Projekt der Allianz X und gründeten 2018 wellabe (damals noch unter dem Namen Bodylabs) als GmbH aus. Seit der Early Stage sind Earlybird Venture Capital, Paua Ventures sowie Plug and Play Tech Center an Bord. Mit unserer letzten Finanzierungsrunde, die wir Ende 2020 abgeschlossen haben, haben wir zudem die Sana Kliniken als strategischen Investor und Partner gewonnen.

Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

In unserem Büro im Münchner Technologiezentrum arbeiten aktuell rund 15 Mitarbeiter. Darüber hinaus haben wir ein Netzwerk an Freiberuflern, beispielsweise unsere sogenannten Check-up Manager, die die Check-ups deutschlandweit durchführen. Diese haben inzwischen über 10.000 Check-ups bei den verschiedensten Kunden, vom Mittelstand bis zu Konzernen und vom Dienstleistungssektor bis zum fertigenden Gewerbe, durchgeführt.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Wir wollten unser Produkt immer dahin bringen, wo unsere Nutzer sich am häufigsten aufhalten, um Gesundheitsvorsorge so einfach und zugänglich wie möglich zu machen. Wir wollten einen digitalen Kanal, aber auch ganz explizit den persönlichen Kontakt. Dass sich von einer Woche zur anderen die Welt durch Corona so grundlegend verändert, dass wir unsere Check-ups nicht mehr am Arbeitsplatz anbieten können, das konnten wir uns nicht vorstellen. Wir mussten unser Produkt auf einmal ganz anders denken.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Dass wir agil genug bleiben müssen, um innerhalb kürzester Zeit neue Lösungen und Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Kurzfristig konnten wir für einen ausländischen Kunden eine Plattform für die digitale Koordination und Abwicklung von PCR-Tests entwickeln und so unseren Beitrag zur Bekämpfung der Krise leisten. In unserem Kernprodukt haben wir unsere digitalen und telemedizinischen Angebote verstärkt und ein umfassendes Hygienekonzept für unsere Check-ups entwickelt.

Und nicht zu vergessen: Wir haben auch gelernt, wie sehr wir uns auf unser Team verlassen können, die angepackt, Ideen entwickelt, Projekte erfolgreich umgesetzt und dabei nie den Spaß verloren haben.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wir wollten ein Gesundheitsangebot entwickeln, das auf den Nutzer fokussiert ist, ein tolles Erlebnis bietet und Verständnis und Kommunikation auf Augenhöhe ermöglicht. Wenn wir unseren Teilnehmern und den sehr hohen Zufriedenheitswerten Glauben schenken dürfen, haben wir hier fast alles richtig gemacht. Einen so umfassenden Einblick in die eigene Gesundheit und das in dieser kurzen Zeit, gepaart mit den Ergebnissen in Echtzeit auf einen Blick und verständlich in der App, kommt sehr gut an.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Die aktuelle Krise hat den Stellenwert von Früherkennung, Prävention und telemedizinischen Angeboten noch einmal erhöht. Wir werden in diesem Jahr weitere Kunden und Teilnehmer für unsere Check-ups und Gesundheitsplattform gewinnen können. Teilnehmer sollen neben den digitalen Präventionsangeboten in Zukunft auch verstärkt Zugang zu passenden, medizinischen Leistungen erhalten. So wollen wir unsere Teilnehmer noch langfristiger begleiten. Darüber hinaus soll der Check-up künftig auch in medizinischen Zentren angeboten werden. Zudem investieren wir weiter in die Produktentwicklung und passen unseren Check-up regelmäßig an.

Um all das zu erreichen, sind wir auch auf der Suche nach Talenten, die unser Team ergänzen.

Vielen Dank für das Interview.

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